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Flaschengarten des Biologie LKs 13U

In unserem Biologie Leistungskurs haben wir, die 12 Umwelt (SJ 2016/17) mit unserer Kursleiterin Frau Bodenseh, im Rahmen der Unterrichtseinheit Ökologie einen Flaschengarten angelegt, um uns mit den komplexen Vorgängen in einem Ökosystem vertraut zu machen.

Einmal richtig angelegt und an einen Ort mit guten Lichtverhältnissen gestellt, bedarf er keiner weiteren Pflege mehr.

Wie wird ein Flaschengarten angelegt?

Zunächst benötigt man ein Einmachglas mit einem Dichtungsring, um die Feuchtigkeit im Glas zu halten. Natürlich benötigt die Pflanze auch Erde, hier genügt handelsübliche Blumenerde, da schon genug Nährstoffe darin enthalten sind. Unter die Erde, also als erste Schicht im Glas nutzten wir kleinkörnigen Schotter als Drainage, sodass die Pflanze nicht dauerhaft nasse „Füße“ hat, denn in der Natur kann das Wasser ablaufen, in unserem Einmachglas jedoch nicht. Als Pflanzen nutzten wir den robusten Efeu, der von nun an in unseren kleinen Flaschengärten wachsen konnte.

 

Wie kann die Pflanze im Glas gedeihen?

Um zu wachsen, benötigt die Pflanze natürlich Energie. Diese kann Sie mittels der Fotosynthese selbst herstellen. Bei der Fotosynthese wandelt die Pflanze mit Hilfe des Sonnenlichts, Kohlenstoffdioxid und Wasser in Glucose und Sauerstoff um. Das Kohlenstoffdioxid nimmt die Pflanze über die Spaltöffnungen (Stomata) auf der Blattunterseite auf, das Wasser über die Wurzeln aus dem Boden. Überschüssiges Wasser transpiriert während der Fotosynthese wieder aus der Pflanze, kondensiert am Glas und gelangt so wieder zurück in die Erde. Den Sauerstoff gibt die Pflanze ebenfalls über die Blätter ab. Die Glucose ist auch ein wichtiger Bestandteil der Zellatmung, ein weiterer Stoffkreislauf, bei dem mittels Glucose und Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid entsteht, das der Pflanze wiederum zur Fotosynthese bereitsteht. Auch die Nährstoffe im Boden würden natürlich nach einer gewissen Zeit zu Grunde gehen. Doch dank vieler Mikroorganismen, die abgestorbene Pflanzenteile verwerten und so die darin enthaltenen Mineralstoffe wieder dem Boden zuführen, kann die Pflanze auch noch nach geraumer Zeit auf diese zurückgreifen.

Um diese Vorgänge zu veranschaulichen, wird in der Wissenschaft der chemische Teil dieser Stoffkreisläufe in einer Gleichung dargestellt.

6 CO2 + 6 H2O => C6H12O6 + 6 O2 lautet die Gleichung der Fotosynthese.

C6H12O6 + 6 O2 => 6CO2 + 6 H2O ist die Gleichung der Zellatmung.

Dank dieser beiden Vorgänge, also der Fotosynthese und der Zellatmung, ist es möglich, dass unsere Pflanze in unserem „Flaschengarten“ überlebt und wächst. Überhaupt tragen diese beiden Stoffkreisläufe dazu bei, dass Leben auf der Erde möglich ist, und veranschaulichen zugleich, wie komplex ein Ökosystem ist.

Alles in allem war unser „Flaschengarten-Projekt“ sehr Interessant und in jedem Fall zu empfehlen. Wir Schüler konnten uns so im kleinen Maßstab den zuvor im Unterricht behandelten Stoff in der Praxis anschauen, um die komplexen Vorgänge in einem Ökosystem besser zu verstehen. Nach 6 Wochen hatten wir dann entweder eine groß gewordene Efeu-Pflanze, die fast schon zu klein für das Einmachglas war, oder aber die Pflanze ist aufgrund schlechter Verhältnisse abgestorben. Aber auch ein „gescheiterter“ Flaschengarten, ist dies nur auf den ersten Blick. Denn in erster Linie haben wir die Erkenntnis erlangt, dass die Bedingungen für die Pflanze schlicht zu schlecht waren und was mit einem Ökosystem geschieht wenn die Umweltbedingungen nicht oder nicht mehr denen der dortigen Pflanzen entsprechen.

Text: Lukas Damm / Fotos: Alexandra Bodenseh