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Neuigkeiten

Assembly Deidesheim 2016


Am letzten Schultag 2016 fand am Standort in Deidesheim ein Assembly für die Klassen 7 bis 13 in der Turnhalle statt.

(Programm und Weihnachtsrede)

Als inhaltliche Punkte standen auf der Tagesordnung: Informationen über die kommende Bauphase, Ablauf der ersten Abiturprüfung als Veranstaltung der GANZEN Schule, Umgang mit den Rauchtüren, Dank an die langjährige Schülersprecherin Princesha Salihi (Jahrgang 13) und ein Aufruf zum Wettbewerb des Jahrgangs 12 für ein Schul-T-Shirt-Logo. Alle waren anschließend von der Rede des Schülersprechers Joshua Lacy beeindruckt, die in eine Schweigeminute für alle Opfer von Terrorismus mündete. Sie sei hier auf Wunsch vieler dokumentiert.

 

Weihnachtsrede 2016

„Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“: dies sind die Worte der schwarzweißen Schilder, die jeweils in Wachenheim und Deidesheim an unserer Schule hängen. Schule ohne Rassismus, bedingungslos. Niemand muss, soll oder darf benachteiligt, ausgeschlossen oder diskriminiert werden. Egal welcher Herkunft, Religion, Hautfarbe oder welchen Geschlechts: wir sind eine Schule, eine Gemeinschaft, leben in einer Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die in Städten leben kann, die nicht zerbombt in Schutt und Asche liegen. Eine Gesellschaft, die nicht um ihr Leben bangen muss. Eine Gesellschaft, die sicher überleben kann. Natürlich nicht in 100%iger Sicherheit. Wir können aber sicher sein, dass wir morgen noch Essen und Trinken haben, dass wir morgen noch medizinisch versorgt werden können, dass wir uns an Weihnachten ‘nen fetten Braten reindrücken können und nicht an Heilig Abend irgendwo in der Kälte alleine lungern müssen, geschweige denn Angst haben zu müssen, jeden Moment von einer Bombe oder einem Geschoss getötet zu werden. Doch es gibt Menschen, Abermillionen Menschen, bei denen das etwas anders aussieht. Millionen allein in Syrien, aus Syrien, die sich auf der Flucht befinden. Auf der Flucht vor Krieg, Bomben, Hunger, Hoffnungslosigkeit. Sie flüchten. Auch nach Deutschland. Sie sind froh, dass es Deutschland gibt, sie sind froh, dass es eine Frau Merkel gibt, die es ihnen – mit großem Widerstand – möglich gemacht hat, hierher zu kommen. In unser Land, unsere Gesellschaft. In Sicherheit. Und sie sind dankbar dafür, der Angst und dem Schrecken, dem Terror entfliehen zu können. Der Terror, der schon längst in Europa und seit Montag wohl endgültig auch in Deutschland angekommen ist. Doch wollen wir nicht vergessen: die Menschen, die zu uns kommen, flüchten genau vor diesem Terror. Jedoch gibt es einen Unterschied: Sie haben ihn Minute für Minute, Stunde für Stunde, Tag für Tag für Tag, für Wochen, für Monate, für Jahre erlebt; erleben müssen. Sie sind diejenigen, die am wenigsten die Schuld für solch schreckliche Anschläge wie neulich in Berlin, unserer Bundeshauptstadt, tragen. Genauso wenig ist jeder Muslim ein Terrorist, nur weil irgendwelche radikalen Vollidioten die Religion der Muslime missbrauchen, um angeblich im Namen der Religion sogenannte Ungläubige zu töten. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass es unter denen, die zu uns fliehen auch schwarze Schafe gibt, die eben zu diesen radikalen Vollidioten gehören. Aber: schauen wir doch mal in unsere Gesellschaft. So sehr wir auch in Sicherheit leben: in unserer Gesellschaft gibt es auch, Mörder, Vergewaltiger, Terroristen. Wollen wir trotzdem denen, die Schutz suchen und ihn auch wirklich brauchen, die vor Grausamkeit fliehen, Schutz verwehren? Wollen wir uns vor den Unschuldigen abschotten und sie dann im Mittelmeer ertrinken lassen, nur weil wir sie als Terroristen abstempeln Ist dann nicht ein Ziel der wirklichen Terroristen erreicht? Wollen wir, dass sie es schaffen unserer Gesellschaft in Angst und Schrecken zu versetzen, wie es ihnen vor allem im Nahen Osten bereits gelungen ist? Wollen wir uns dann wirklich von rechten Spinnern auch noch aufhetzen lassen, sodass wir Hass gegen Unschuldige, Hass gegen Opfer des Terrors empfinden? Gerade in dieser Zeit, die sich auch durch Mitmenschlichkeit auszeichnen sollte? Wir können uns doch nicht einschüchtern lassen, uns so sehr beeinflussen lassen, dass wir uns nicht mehr vor die Tür trauen! Uns aufgrund solcher Ereignisse, wie in Berlin, Paris, Brüssel, Istanbul, Ankara, in Afghanistan, Syrien, Eritrea, …, uns aufgrund solcher grausamen Ereignisse so einschüchtern lassen! Das kann doch nicht wirklich das sein, was wir wollen!? Natürlich sind wir nicht zu 100% sicher, sobald wir die Tür verlassen. Ich kann morgen über die Straße laufen und von einem Auto totgefahren werden, natürlich bin ich nicht zu 100% in Sicherheit. Aber zuhause bin ich auch nicht sicherer. Zuhause habe ich auch keine 100%ige Sicherheit, dass mir nichts geschieht. Warum sollte ich mich einschüchtern lassen? Wir dürfen den Terror nicht siegen lassen. Und das schaffen wir nur, wenn wir stark bleiben. Eine starke Gesellschaft, die sich nicht von Anschlägen einschüchtern lässt. Als Schülerinnen und Schüler dieser Schule, einer Schule ohne Rassismus, einer Schule mit Courage, sollte es unsere Pflicht sein uns dafür einzusetzen, dass eben diese Schutzsuchende nicht auch noch hier Angst um ihr Leben haben zu müssen, nur, weil irgendwelche Spinner Asylunterkünfte anzünden, sollte es unsere Pflicht sein uns dafür einzusetzen, dass eben diese Schutzsuchende nicht diskriminiert werden. Weder hier in der Schule, noch sonst wo. Sie sind die Opfer. Vielleicht haben sie Mutter, Vater, Tochter, Sohn, Bruder oder Schwester verloren, vielleicht auch alle. Wir wissen es nicht. Sie sind genauso Opfer, Opfer wie die Opfer von Berlin und deren Angehörige. Warum sollten wir sie dann anders behandeln?

Aus diesem Grund bitte ich euch, alle aufzustehen und mit mir einen Moment inne zu halten, um den Opfern von Berlin und allen Opfern der Terrors dieser Welt zu gedenken. Sei es Berlin, Paris, Brüssel, Istanbul, Damaskus, Aleppo, Bagdad, Kabul, sie alle starben.

Ich bitte um Ruhe. Danke.

Ich wünsche euch und euren Familien von Herzen frohe, besinnliche und friedliche Weihnachten, einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Erfolg, Glück, Gesundheit und alles, was ihr euch wünscht für das kommende Jahr, 2017. Und natürlich auch erholsame Ferien, auch den Lehrkräften.

Bis im neuen Jahr!

 

[Joshua Lacy]